Zurück zum Rezept

Winterliches Maronen-Risotto mit gebratenem Rosenkohl

Rosenkohl hat bei vielen einen schlechten Ruf, meistens wegen zu langem Kochen. Wird er stattdessen in der heißen Pfanne angebraten, bis die Ränder dunkel werden, schmeckt er nussig und leicht süß, und genau das braucht dieses Risotto. Die Maronen bringen dazu eine weiche, mehlige Süße, die gut zum herben Kohl passt. Cremig wird das Ganze ohne Sahne und ohne Parmesan: Der Carnaroli gibt beim Rühren genug Stärke ab, und am Ende sorgt ein Löffel Cashewmus für den runden Abschluss. Das Risotto braucht etwa eine halbe Stunde und ein bisschen Aufmerksamkeit am Herd, mehr nicht. Es passt in die Zeit, in der es früh dunkel wird und man etwas Warmes im Teller will.
Zubereitungszeit 40 Minuten
Gesamtzeit 40 Minuten
Portionen: 2
Gericht: Beilage, Hauptgericht, Vegan, Winterküche
Küche: Italienisch

Zutaten
  

  • Für das Risotto:
  • 160 g Risotto-Reis bevorzugt Carnaroli oder Arborio
  • 120 g gegarte Maronen vakuumiert oder frisch gegart
  • 1 kleine Schalotte sehr fein gewürfelt
  • 1 Knoblauchzehe fein gehackt
  • 750 ml heiße Gemüsebrühe
  • 80 ml trockener veganer Weißwein
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Cashewmus oder vegane Butter-Alternative
  • 1 TL frischer Zitronensaft
  • 2 Zweige frischer Thymian
  • Meersalz & frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Für den gebratenen Rosenkohl:
  • 200 g frischer Rosenkohl
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Prise Puderzucker
  • 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
  • Meersalz & schwarzer Pfeffer

Kochutensilien

  • Großer flacher Topf oder Kasserolle (für das Risotto)
  • Große Pfanne (für den Rosenkohl)
  • Kleiner Topf (für die heiße Brühe)
  • Schneidebrett
  • Kochmesser
  • Schöpfkelle
  • Holzlöffel
  • Kleine Schüssel
  • Schneebesen

Methode
 

  1. Vorbereiten & Maronen teilen
    Ich putze den Rosenkohl, halbiere die Röschen und bestreue die Schnittflächen mit 1 Prise Puderzucker. Die Hälfte der Maronen püriere ich mit 50 ml heißer Brühe glatt, die restlichen Maronen hacke ich grob. Ich halte die restliche Brühe auf kleinster Stufe heiß.
  2. Risotto-Basis anschwitzen & glasieren
    Ich erhitze 2 EL Olivenöl im flachen Topf bei mittlerer Hitze. Schalotte und Knoblauch dünste ich glasig an. Ich gebe den Risotto-Reis dazu und röste ihn unter Rühren 2 Minuten mit, bis die Körner leicht transparent glänzen.
  3. Ablöschen & Brühe angießen
    Ich lösche den Reis mit dem Weißwein ab und lasse ihn komplett einkochen. Nun rühre ich das Maronen-Püree unter und gebe nach und nach Kelle für Kelle die heiße Brühe dazu. Ich rühre regelmäßig, bis die Flüssigkeit fast aufgesaugt ist, bevor die nächste Kelle folgt.
  4. Rosenkohl kross braten
    Parallel erhitze ich 1 EL Olivenöl in der Pfanne. Ich lege die Rosenkohl-Hälften mit der Schnittfläche nach unten hinein und brate sie bei hoher Hitze 4 Minuten kross an. Dann wende ich sie, würze mit Salz, Pfeffer sowie Muskat und lasse sie 3 Minuten bei mittlerer Hitze fertig garen.
  5. Mantecatura & Anrichten
    Nach ca. 18 Minuten Garzeit gebe ich die groben Maronenstücke und Thymianblättchen zum Reis. Sobald der Reis bissfest-weich ist, nehme ich den Topf vom Herd. Ich verrühre das Cashewmus mit 3 EL heißer Brühe sowie Zitronensaft und schwenke diese Creme unter das Risotto. Nach 2 Minuten Ruhezeit richte ich das Risotto auf tiefen Tellern an und toppe es mit dem gebratenen Rosenkohl.
  6. byKochmuffel-Servier-Tipp:
    Topping durch geröstete Haselnüsse
    Röste 2 EL gehackte Haselnusskerne fettfrei in der Pfanne an und streue sie als nussiges Knusper-Finish über den Rosenkohl.
    Edles Aroma mit weißem Trüffelöl
    Träufel unmittelbar vor dem Servieren 3–4 Tropfen hochwertiges weißes Trüffelöl über das fertig angerichtete Risotto.
    Umani-Glow durch Edelhefeflocken
    Bestreue das Risotto zum Schluss mit 1 TL Edelhefeflocken für eine feine, käseähnliche Würznote ganz ohne Milchprodukte.

    byKochmuffel-Tipps

    1️⃣ Der Schnittflächen-Zucker-Schnitt für bitterfreien Rosenkohl
    Halbiere den geputzten Rosenkohl und bestreue die Schnittflächen mit 1 Prise Puderzucker. Lege die Hälften mit der Schnittfläche nach unten in die trockene, sehr heiße Pfanne, bevor du das Öl dazugibst. Der Fruchtzucker karamellisiert sofort mit den Senföl-Glykosiden im Gemüsegewebe – das nimmt dem Rosenkohl jegliche Schärfe und Bitterkeit.
    2️⃣ Der Cashewmus-Brühe-Emulsions-Kniff für das Mantecatura-Finish
    Rühre das Cashewmus nicht kalt ins Fertig-Risotto. Verrühre es in einer kleinen Schüssel vorab mit 3 EL kochend heißer Brühe und 1 TL Zitronensaft zu einer dichten Creme. Wenn du diese Creme nach dem Ausschalten der Herdplatte unter den Reis schwenkst, bindet das Pflanzenfett perfekt mit der Reisstärke, ohne auszuflocken.
    3️⃣ Das Maronen-Drittel-Timing für zwei Texturen
    Teile die Maronen auf: Püriere eine Hälfte vorab mit etwas Brühe glatt und gib sie direkt nach dem Weißwein in den Reis. Das gibt dem Risotto eine tiefe, samtige Grundcreme. Die restlichen Maronen hackst du grob und schwenkst sie erst 2 Minuten vor Ende der Garzeit unter – so behalten sie ihren perfekten Biss.
    4️⃣ Der Säure-Puffer gegen klebrige Stärke
    Gib den Weißwein unbedingt vor der ersten Kelle Brühe zum Reis und lass ihn komplett einkochen. Die Weinsäure kocht die äußere Stärkeschicht des Reiskorns kurz an und verhindert, dass die Stärke beim ständigen Rühren zu klebrigem Kleister zerfällt.

Notizen

Haltbarkeit: Frisch am besten; lässt sich mit etwas Brühe im Topf noch am Folgetag sanft aufwärmen